Identity Provider

Kennen Sie das? Ihre Mitarbeiter kämpfen täglich mit unzähligen Passwörtern, die IT-Abteilung ist überlastet mit Zugangsverwaltung, und Sie fragen sich, ob Ihre Unternehmensdaten wirklich sicher sind? Ein Identity Provider (Identitätsanbieter) kann diese Probleme lösen. Dieser Artikel gibt einen Überblick, was ein Identity Provider ist, welche Herausforderungen er löst und welche Expertise für die Umsetzung notwendig ist.


Inhaltsverzeichnis


Was ist ein Identity Provider? 🎯

Stellen Sie sich einen Identity Provider wie einen intelligenten Empfangschef vor: Er erkennt jeden Mitarbeiter, weiß genau, zu welchen Bereichen diese Person Zugang haben soll, und öffnet automatisch die richtigen Türen. Nur eben digital – für alle Ihre Unternehmenssysteme gleichzeitig.

So funktioniert es im Alltag:

Ein Mitarbeiter meldet sich morgens einmal an – und hat dann automatisch Zugriff auf E-Mails, Buchhaltungssoftware, Projektmanagement-Tools und alle anderen benötigten Programme. Keine zehn verschiedenen Passwörter mehr, keine Zeitverschwendung.

Dabei läuft im Hintergrund ein ausgeklügeltes System:

  • Es prüft die Identität
  • Es steuert, wer was sehen und tun darf
  • Es protokolliert alle Zugriffe für die Sicherheit

Das alles geschieht in Sekundenschnelle und meist völlig unsichtbar für den Nutzer.

Warum Unternehmen einen Identity Provider benötigen? 💼

Vielleicht erkennen Sie Ihr Unternehmen in einer dieser Situationen wieder:

Unübersichtliche Zugangsverwaltung 🔑
Mitarbeiter benötigen oft Zugang zu zehn oder mehr verschiedenen Systemen. Jedes System mit eigenem Passwort führt zu Frust und Sicherheitslücken. Menschen neigen dazu, einfache Passwörter zu wählen oder diese mehrfach zu verwenden.

Zeitaufwendige Administration ⏰
Die IT-Abteilung muss für jeden neuen Mitarbeiter Zugänge in allen relevanten Systemen einrichten. Verlässt jemand das Unternehmen, müssen alle Zugänge wieder entfernt werden. Ohne zentrale Verwaltung ist dieser Prozess fehleranfällig und zeitintensiv.

Fehlende Transparenz 🔍
Ohne zentrale Protokollierung ist schwer nachvollziehbar, wer wann auf welche Daten zugegriffen hat. Bei Problemen oder Sicherheitsvorfällen fehlen wichtige Informationen.

Compliance-Anforderungen ⚖️
Gesetzliche Vorgaben wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verlangen eine nachweisbare Kontrolle über Datenzugriffe. Ohne systematische Lösung ist die Einhaltung kaum möglich.

Kernfunktionen eines Identity Providers ⚙️

Ein Identity Provider übernimmt viele Aufgaben, die Ihnen und Ihrer IT-Abteilung Zeit und Kopfschmerzen ersparen:

Zentrale Benutzerverwaltung 👥
Alle Benutzerkonten werden an einem Ort verwaltet. Neue Mitarbeiter erhalten automatisch Zugang zu den benötigten Systemen, ausscheidende Mitarbeiter verlieren alle Zugänge mit einem Klick.

Berechtigungssteuerung 🎛️
Der Identity Provider regelt nicht nur, wer sich anmelden darf, sondern auch, was jeder einzelne Nutzer in den verschiedenen Anwendungen tun darf. Ein Praktikant hat andere Rechte als eine Führungskraft.

Automatische Bereitstellung ⚡
Wenn ein neuer Mitarbeiter anfängt, kann der Identity Provider automatisch alle erforderlichen Konten in den verschiedenen Systemen anlegen. Das spart Zeit und verhindert Fehler.

Prüfpfade und Protokollierung 📊
Jede Anmeldung und jeder Zugriff wird dokumentiert. Diese Protokolle helfen bei der Fehlersuche, bei Sicherheitsanalysen und erfüllen Compliance-Anforderungen.

Verzeichnisdienste 📁
Der Identity Provider fungiert als zentrale Datenbank für alle Nutzerinformationen. Änderungen werden automatisch in alle verbundenen Systeme übertragen.

Anpassbare Authentifizierung 🔧
Je nach Sicherheitsanforderung können unterschiedliche Anmeldeverfahren eingesetzt werden. Für besonders sensible Bereiche können strengere Regeln gelten.

Single Sign-On: Einmal anmelden, überall arbeiten 🚪

Single Sign-On (SSO) ist eine der wichtigsten Funktionen eines Identity Providers. Das Prinzip ist einfach: Man meldet sich einmal an und erhält damit Zugang zu allen benötigten Anwendungen.

Vorteile für Nutzer 😊
Statt sich zehn verschiedene Passwörter zu merken, benötigt man nur noch eines. Das erhöht die Akzeptanz und reduziert Frustration. Mitarbeiter können sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren, statt Passwörter zurückzusetzen.

Vorteile für die Sicherheit 🛡️
Weniger Passwörter bedeuten paradoxerweise mehr Sicherheit. Da man sich nur ein Passwort merken muss, kann dieses auch komplex und sicher sein. Die Versuchung, einfache oder wiederverwendete Passwörter zu nutzen, entfällt.

Produktivitätssteigerung 📈
Die Zeit, die Mitarbeiter mit Anmeldungen verbringen, reduziert sich drastisch. IT-Abteilungen werden entlastet, da deutlich weniger Passwort-Zurücksetzungen notwendig sind.

Nahtlose Benutzererfahrung
Moderne SSO-Lösungen arbeiten so transparent, dass Nutzer kaum merken, dass sie verschiedene Systeme verwenden. Der Wechsel zwischen Anwendungen erfolgt fließend.

Multi-Faktor-Authentifizierung: Doppelt hält besser 🔒

Auch das sicherste Passwort kann gestohlen oder erraten werden. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) fügt eine zusätzliche Sicherheitsebene hinzu.

Was ist Multi-Faktor-Authentifizierung? 🔑
Neben dem Passwort benötigt man einen zweiten Nachweis der Identität. Das kann sein:

  • Ein Code aus einer App auf dem Smartphone 📱
  • Eine SMS mit einem Einmalcode 💬
  • Ein Fingerabdruck oder Gesichtsscan 👆
  • Ein Hardware-Token oder Sicherheitsschlüssel 🔑

Warum ist das wichtig? ⚠️
Selbst wenn jemand das Passwort kennt, kann er sich nicht anmelden, solange er nicht auch Zugriff auf den zweiten Faktor hat. Das macht Angriffe deutlich schwieriger.

Flexible Anwendung 🎯
Identity Provider ermöglichen es, MFA gezielt einzusetzen. Für normale Anwendungen reicht vielleicht das Passwort, für sensible Bereiche wie Finanzsysteme wird zusätzlich MFA verlangt.

Adaptive Authentifizierung 🧠
Moderne Systeme können das Risiko einer Anmeldung einschätzen. Meldet sich jemand vom gewohnten Arbeitsplatz an, reicht das Passwort. Bei einer Anmeldung aus dem Ausland wird automatisch MFA angefordert.

Typische Probleme die Identity Provider lösen 🔧

Problem: Passwort-Chaos 🤯
Mitarbeiter haben oft zwanzig oder mehr Passwörter zu verwalten. Das führt zu schwachen Passwörtern, Wiederverwendung oder unsicheren Notizen. Ein Identity Provider mit Single Sign-On reduziert die Anzahl der benötigten Passwörter auf eines oder wenige.

Problem: Zeitaufwendige Benutzerverwaltung ⏳
Für jeden neuen Mitarbeiter müssen Konten in allen Systemen angelegt werden. Bei Änderungen oder Kündigungen muss alles aktualisiert werden. Identity Provider automatisieren diese Prozesse weitgehend.

Problem: Fehlende Nachvollziehbarkeit ❓
Wenn etwas schief geht, ist oft unklar, wer wann was gemacht hat. Identity Provider protokollieren alle Zugriffe lückenlos und ermöglichen schnelle Analyse bei Problemen.

Problem: Verteilte Datenhaltung 📊
Informationen über Mitarbeiter sind in verschiedenen Systemen gespeichert, oft mit Widersprüchen. Ein Identity Provider schafft eine einheitliche Datenbasis, die automatisch synchronisiert wird.

Problem: Komplexe Zugriffsverwaltung 🌐
Mitarbeiter arbeiten von verschiedenen Geräten, Standorten und zu unterschiedlichen Zeiten. Die Zugriffsverwaltung wird komplex. Identity Provider handhaben diese Vielfalt automatisch und sicher.

Problem: Externe Zugriffe 🤝
Kunden, Partner oder Lieferanten benötigen ebenfalls Zugang zu bestimmten Systemen. Für jeden separate Konten zu verwalten ist aufwendig. Identity Provider können auch externe Identitäten integrieren.

Kommerzielle Identity Provider im Vergleich ☁️

Der Markt bietet verschiedene kommerzielle Lösungen, die sich in Funktionsumfang, Preis und Zielgruppe unterscheiden.

Microsoft Entra ID (früher Azure Active Directory)

Stärken:

  • Sehr gute Integration in Microsoft-Produkte (Office 365, Teams, Azure)
  • Umfangreiche Sicherheitsfunktionen
  • Weltweite Verfügbarkeit und hohe Zuverlässigkeit
  • Eignet sich besonders für Unternehmen, die bereits Microsoft-Produkte nutzen
  • Umfassende Compliance-Zertifizierungen
  • Starke MFA- und Conditional-Access-Funktionen

Schwächen:

  • Kann teuer werden, besonders mit Premium-Funktionen
  • Komplexe Preisstruktur
  • Integration mit Nicht-Microsoft-Produkten manchmal weniger elegant
  • Abhängigkeit von Microsoft-Ökosystem
  • Steilere Lernkurve für die Administration

AWS Cognito

Stärken:

  • Nahtlose Integration mit Amazon Web Services (AWS)
  • Sehr gute Skalierbarkeit für große Nutzerzahlen
  • Flexible Preisgestaltung (pay-as-you-go)
  • Gut für mobile und Web-Anwendungen
  • Unterstützt sowohl B2B- als auch B2C-Szenarien
  • Umfangreiche Sicherheitsfunktionen

Schwächen:

  • Steilere Lernkurve für AWS-Neulinge
  • Komplexität bei erweiterten Konfigurationen
  • Hauptsächlich für AWS-Ökosystem optimiert
  • Weniger vorkonfigurierte Integrationen als spezialisierte Anbieter
  • Kosten können bei hoher Nutzung unprognostizierbar werden

Selbstgehostete Identity Provider Lösungen 🏠

Für Unternehmen, die vollständige Kontrolle über ihre Daten behalten möchten, gibt es selbstgehostete Alternativen. Diese werden auf eigenen Servern oder in der eigenen Cloud-Infrastruktur betrieben.

Keycloak

Beschreibung:
Open-Source Identity Provider, entwickelt von Red Hat. Wird von vielen Organisationen weltweit eingesetzt.

Vorteile:

  • Komplett kostenlos und Open Source
  • Sehr umfangreicher Funktionsumfang
  • Unterstützt alle wichtigen Standards (SAML, OpenID Connect, OAuth)
  • Aktive Community und gute Dokumentation
  • Vollständige Datenkontrolle

Nachteile:

  • Erfordert technisches Know-how für Betrieb und Wartung
  • Man ist selbst für Updates und Sicherheit verantwortlich
  • Benötigt eigene Server-Infrastruktur
  • Kein kommerzieller Support ohne kostenpflichtige Red Hat Lizenz
  • Höherer initialer Einrichtungsaufwand

Vergleich: Microsoft Entra ID vs. AWS Cognito vs. Keycloak 🔄

Die drei Identity Provider unterscheiden sich grundlegend in ihrer Ausrichtung:

Microsoft Entra ID ist ideal für Unternehmen, die bereits im Microsoft-Ökosystem arbeiten. Die Integration mit Office 365, Teams und Azure ist nahtlos. Für Organisationen mit Microsoft-Infrastruktur ist dies oft die natürliche Wahl.

AWS Cognito eignet sich besonders für Unternehmen, die ihre Anwendungen in AWS betreiben. Die Integration mit anderen AWS-Diensten ist hervorragend, und die flexible Preisgestaltung macht es attraktiv für Projekte mit variablen Nutzerzahlen.

Keycloak ist die richtige Wahl für Unternehmen, die:

  • Vollständige Kontrolle über ihre Daten benötigen
  • Unabhängigkeit von Cloud-Anbietern wünschen
  • Strikte Datenschutzanforderungen haben
  • Bereits eigene Server-Infrastruktur betreiben
  • Langfristig Kosten sparen möchten

Cloud vs Selbsthosting: Die richtige Entscheidung treffen ⚖️

Die Wahl zwischen kommerziellen Cloud-Lösungen und selbstgehosteten Identity Providern hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wann kommerzielle Cloud-Lösungen sinnvoll sind: ☁️

  • Schneller Start 🚀: Man möchte schnell produktiv sein ohne lange Einrichtungszeiten
  • Begrenzte IT-Ressourcen 👨‍💻: Es fehlt Personal für Betrieb und Wartung eigener Systeme
  • Hohe Verfügbarkeitsanforderungen 🌐: Der Anbieter garantiert Verfügbarkeit und kümmert sich um Backups
  • Compliance durch Zertifizierung 📜: Man benötigt nachweislich zertifizierte Systeme
  • Weltweite Präsenz 🌍: Mitarbeiter arbeiten global verteilt
  • Planbare Kosten 💳: Fixe monatliche Gebühren sind einfacher zu kalkulieren

Wann selbstgehostete Lösungen besser passen: 🏢

  • Datenschutz-Anforderungen 🔐: Daten dürfen das eigene Rechenzentrum nicht verlassen
  • Vollständige Kontrolle 🎮: Man möchte alle Aspekte selbst steuern können
  • Langfristige Kostenersparnis 💰: Bei vielen Nutzern können eigene Systeme günstiger sein
  • Spezielle Anpassungen ⚙️: Man benötigt Funktionen, die kommerzielle Anbieter nicht bieten
  • Unabhängigkeit 🆓: Man möchte nicht von einem Anbieter abhängig sein
  • Vorhandene Expertise 🎓: Die IT-Abteilung hat Erfahrung mit Serverbetrieb

Hybride Ansätze: 🔄

Manche Unternehmen kombinieren beide Welten:

  • Interne Systeme über selbstgehosteten Identity Provider
  • Externe Anwendungen über Cloud-Identity-Provider
  • Cloud-Anbieter als Backup-Lösung bei Ausfall eigener Systeme

Entscheidungskriterien: 📋

Unternehmensgröße 📏
Kleine Unternehmen (unter 50 Mitarbeiter) profitieren meist von Cloud-Lösungen. Der Aufwand für Selbsthosting übersteigt oft den Nutzen. Größere Unternehmen können die Kosten für eigene Infrastruktur besser verteilen.

Branche 🏭
Branchen mit strengen Datenschutzanforderungen (Gesundheitswesen, Behörden, Anwaltskanzleien) tendieren zu selbstgehosteten Lösungen. Technologie-Unternehmen mit IT-Know-how ebenfalls.

Budget 💵
Cloud-Lösungen haben planbare monatliche Kosten pro Nutzer. Selbsthosting erfordert Investitionen in Hardware und Personal, kann aber langfristig günstiger sein.

IT-Kompetenz 🧠
Ohne erfahrene IT-Abteilung ist Selbsthosting riskant. Updates, Sicherheitspatches und Fehlersuche erfordern spezialisiertes Wissen.

Compliance und Datenschutz 📋

Identity Provider spielen eine zentrale Rolle bei der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben.

Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

Die DSGVO verlangt:

  • Dokumentation, wer auf personenbezogene Daten zugreifen kann
  • Möglichkeit, Zugriffe nachzuvollziehen
  • Schnelles Sperren von Zugängen bei Bedarf
  • Minimierung der Zugriffsrechte (nur was nötig ist)

Identity Provider erfüllen diese Anforderungen durch:

  • Zentrale Protokollierung aller Zugriffe
  • Rollenbasierte Zugriffskontrolle
  • Automatisches Löschen ausgeschiedener Mitarbeiter
  • Audit-Berichte für Datenschutzbeauftragte

Weitere Compliance-Standards

ISO 27001:
Internationale Norm für Informationssicherheit. Identity Provider helfen bei der Umsetzung durch sichere Authentifizierung und Zugriffskontrollen.

SOC 2:
Amerikanischer Standard für Service-Organisation. Wichtig für Unternehmen, die mit US-Partnern arbeiten.

HIPAA:
US-Gesundheitsbranche. Verlangt besonders strenge Kontrollen bei Gesundheitsdaten.

PCI DSS:
Standard für Zahlungskartenbranche. Relevant bei Verarbeitung von Kreditkartendaten.

Geografische Datenspeicherung

Bei Cloud-Lösungen ist wichtig zu wissen, wo Daten gespeichert werden:

  • EU-Anbieter oder Anbieter mit EU-Rechenzentren sind DSGVO-konform
  • US-Anbieter erfordern besondere Prüfung (Datenschutzabkommen)
  • Selbstgehostete Lösungen geben vollständige Kontrolle über Speicherort

Audit-Trails

Für Compliance unerlässlich:

  • Wer hat sich wann angemeldet?
  • Welche Daten wurden abgerufen?
  • Wer hat Berechtigungen geändert?
  • Wurden Versuche unberechtigter Zugriffe unternommen?

Identity Provider erstellen diese Protokolle automatisch und ermöglichen Auswertungen für Prüfer.

Integration in bestehende IT-Infrastruktur 🔗

Ein Identity Provider muss mit vorhandenen Systemen zusammenarbeiten.

Standard-Protokolle

Moderne Identity Provider unterstützen etablierte Standards:

SAML (Security Assertion Markup Language):
Bewährter Standard für Enterprise-Anwendungen. Wird von vielen Geschäftsanwendungen unterstützt.

OpenID Connect:
Moderner Standard, aufbauend auf OAuth 2.0. Besonders verbreitet bei Web-Anwendungen.

OAuth 2.0:
Standard für Autorisierung. Ermöglicht kontrollierten Zugriff ohne Passwörter weiterzugeben.

LDAP:
Älterer Standard, immer noch verbreitet. Viele Identity Provider können mit bestehenden LDAP-Verzeichnissen kommunizieren.

Integration mit Active Directory

Viele Unternehmen nutzen Microsoft Active Directory. Identity Provider können damit verbunden werden:

  • Synchronisation von Benutzern und Gruppen
  • Active Directory als Authentifizierungsquelle
  • Nahtlose Zusammenarbeit mit Windows-Umgebungen

Anwendungs-Integrationen

Kommerzielle Identity Provider bieten oft hunderte vorkonfigurierte Integrationen:

  • Office 365, Google Workspace
  • Salesforce, SAP
  • Slack, Zoom, Microsoft Teams
  • AWS, Azure, Google Cloud

Bei selbstgehosteten Lösungen muss man Integrationen teilweise selbst konfigurieren, hat dafür aber mehr Flexibilität.

API-Zugriffe

Für eigene Anwendungen bieten Identity Provider APIs:

  • Anmeldung über den Identity Provider
  • Abfrage von Benutzerinformationen
  • Programmgesteuerte Verwaltung von Zugängen

Kosten und Return on Investment 💰

Die Investition in einen Identity Provider rechnet sich meist schnell.

Kostenarten bei Cloud-Lösungen

Lizenzgebühren:
Meist pro Nutzer und Monat. Typisch: 3-15 Euro pro Nutzer, abhängig von Funktionsumfang.

Zusatzfunktionen:
Premium-Features wie erweiterte MFA oder Sicherheitsanalysen kosten extra.

Implementierung:
Einmalige Kosten für Einrichtung und Integration, oft durch externe Berater.

Kostenarten bei Selbsthosting

Hardware/Cloud-Infrastruktur:
Server, Speicher, Netzwerk. Bei Cloud-Hosting laufende Kosten, bei eigenen Servern Anschaffung.

Personal:
Mitarbeiter für Installation, Betrieb, Updates, Support.

Software-Lizenzen:
Bei Open-Source-Lösungen keine Lizenzkosten, eventuell kostenpflichtiger Support.

Schulungen:
Weiterbildung der IT-Mitarbeiter.

Einsparungen

Produktivitätssteigerung:

  • Weniger Zeit für Anmeldungen
  • Weniger Passwort-Zurücksetzungen (durchschnittlich 30-50% Reduktion)
  • Schnellere Einrichtung neuer Mitarbeiter

IT-Entlastung:

  • Automatisierte Prozesse statt manueller Arbeit
  • Weniger Support-Anfragen
  • Zentrale statt verteilte Verwaltung

Vermeidung von Sicherheitsvorfällen:
Ein einziger Datendiebstahl kann hunderttausende Euro kosten. Bessere Sicherheit zahlt sich aus.

Compliance:
Bußgelder bei DSGVO-Verstößen können bis zu 20 Millionen Euro betragen.

Beispielrechnung für mittleres Unternehmen (100 Mitarbeiter)

Variante Cloud (Okta):

  • Lizenzkosten: 100 Nutzer × 8 Euro × 12 Monate = 9.600 Euro/Jahr
  • Implementierung: 10.000 Euro einmalig
  • Gesamt Jahr 1: 19.600 Euro
  • Folge jahre: 9.600 Euro/Jahr

Variante Selbsthosting (Keycloak):

  • Server-Infrastruktur: 200 Euro/Monat = 2.400 Euro/Jahr
  • Personal (20% einer Stelle): 15.000 Euro/Jahr
  • Implementierung: 15.000 Euro einmalig
  • Gesamt Jahr 1: 32.400 Euro
  • Folgejahre: 17.400 Euro/Jahr

Einsparungen (beide Varianten):

  • Produktivitätssteigerung: ~50.000 Euro/Jahr
  • IT-Entlastung: ~20.000 Euro/Jahr
  • Gesamt: ~70.000 Euro/Jahr

Return on Investment:
Bereits im ersten Jahr positiv, unabhängig von der gewählten Variante.

Identity Provider in der modernen Arbeitswelt 🌍

Die Arbeitswelt hat sich verändert, und Identity Provider passen sich an.

Homeoffice und Remote Work

Mitarbeiter arbeiten von verschiedenen Standorten:

  • Identity Provider ermöglichen sicheren Zugriff von überall
  • VPN-Verbindungen können oft entfallen
  • Zugriffe werden unabhängig vom Standort kontrolliert

Mobile Arbeit

Zugriff von Smartphones und Tablets:

  • Identity Provider unterstützen mobile Geräte
  • Biometrische Authentifizierung (Fingerabdruck, Gesichtserkennung)
  • Sichere Trennung privater und geschäftlicher Daten

Bring Your Own Device (BYOD)

Mitarbeiter nutzen eigene Geräte:

  • Identity Provider ermöglichen sicheren Zugang auch von privaten Geräten
  • Keine vollständige Geräteverwaltung notwendig
  • Schutz der Unternehmensdaten trotz privater Geräte

Zeitgemäße Sicherheitskonzepte

Zero Trust:
Kein automatisches Vertrauen, jeder Zugriff wird geprüft. Identity Provider sind Grundlage von Zero-Trust-Architekturen.

Kontextbasierte Zugriffe:
Entscheidungen basieren auf Kontext:

  • Standort des Nutzers
  • Verwendetes Gerät
  • Zeitpunkt des Zugriffs
  • Risikoeinschätzung

Zukunftstrends

Künstliche Intelligenz:

  • Automatische Erkennung verdächtiger Anmeldemuster
  • Vorschläge für Berechtigungsoptimierungen
  • Vorhersage von Sicherheitsrisiken

Biometrische Verfahren:

  • Fingerabdruck und Gesichtserkennung werden Standard
  • Verhaltensbiometrie (Tippverhalten, Mausbewegungen)
  • Passwörter werden zunehmend überflüssig

Blockchain-Integration:

  • Dezentrale Identitätsverwaltung
  • Nutzer behalten Kontrolle über eigene Daten
  • Überprüfbare Identitätsnachweise

Fazit und nächste Schritte ✅

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

Ein Identity Provider löst viele alltägliche IT-Probleme: Passwort-Chaos, unsichere Zugänge, überlastete IT-Abteilungen und Compliance-Risiken. Die Investition macht sich schnell bezahlt – durch zufriedenere Mitarbeiter, weniger Sicherheitsrisiken und gesparte IT-Ressourcen.

Sie haben drei Hauptoptionen:

  • Microsoft Entra ID: Ideal wenn Sie bereits Microsoft-Produkte nutzen
  • AWS Cognito: Perfekt für Unternehmen mit Cloud-Infrastruktur bei Amazon
  • Keycloak: Die selbstgehostete Lösung für maximale Kontrolle und Datenschutz

Welche Lösung die richtige für Sie ist, hängt von Ihrer bestehenden IT-Landschaft, Ihren Datenschutzanforderungen und Ihrem Budget ab.


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